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Presse

Ausstellung Zoo
Stiftung Burg Kniphausen,
Wilhelmshaven
23.08.09-25.9.09

Bilder mit eigentümlicher Anziehungskraft

(...)
Katrin Roeber selbst beschreibt ihr künstlerisches Interesse als Prozess. Es ist ein gestalterischer Prozess, der sich augenscheinlich auf die Interdependenz von Motiv und Gestaltung richtet. Dabei lässt sich der motivische Bezug in ihren Bildern zunächst als Nachahmung, meist sogar als doppelte Nachahmung bezeichnen; ihre Gestaltung hingegen, die nicht faktisch oder mimetisch angelegt ist, führt zu einem Spiel mit Bildern und einer Reflexion über deren Wirkungskraft. Die im Kunstwerk durch die spezifische Gestaltung angelegte Interdependenz, schafft im Bild bzw. durch dessen Wahrnehmung einen Zwischenraum und damit die Möglichkeit einer sinnlichen Erfahrung und Erkenntnis.
Susanne Krüger
punkt. Kunst im Nordwesten, Herbst 2009


Ausstellung "Zoo" von Katrin Roeber bei
mbf-kunstprojekten
Katharinenstr.12
D-79104 Freiburg
Tel 0761-4890126
31.1.08-15.3.08

Wo ist denn nun das Nashorn?

Collagen aus der Welt des Zoos von Katrin Roeber bei den Freiburger mbf-kunstprojekten
Katrin Roeber bricht mit Sehgewohnheiten. Bereits in den vergangenen Jahren hat sich die Meisterschülerin A.R.Pencks hauptsächlich mit Collagen beschäftigt. In der bei den Freiburger mbf-kunstprojekten gezeigten Serie “Zoo” setzt sie diese experimentelle Arbeit fort.
Es sind Ansichten, wie fast jeder sie von Zoobesuchen kennt: Blicke in zunächst leer scheinende Gehege, am Rand hier und da Besucher, die mit uns in das Bild starren, irgendwo ein verstecktes Tier, dass uns seinerseits anstarrt. Zu sehen sind auch Aktionen, die man als Zoobesucher meist nicht zu sehen bekommt: Pediküre am Nashorn zum Beispiel. Nur: Wo ist denn da eigentlich das Nashorn?
Und da stolpert der Betrachter: Vom angekündigten Motiv findet sich nur ein Fuß. Collagierte Elemente sind so flach in die Öl- und Acryl-Malerei eingesetzt, dass auf den ersten Blick nicht auszumachen ist, was gemalt ist und was nicht. Groß gezoomte Ausschnitte aus Fotografien finden Verwendung, aber auch selbst gemalte Elemente, Partien mit von der Umgebung abweichenden Struktur und Farbigkeit. Ziemlich heftig prallen die unterschiedlichen Bildteile aufeinander.
Die Zusammenstellung der Materialien und Strukturen in Katrin Roebers Collagen ist dabei keineswegs beliebig, nicht einmal besonders spontan. Anhand von Fotos wählt sie Ansichten aus, deren Komposition sie anschließend zeichnerisch erarbeitet. Das Auffinden passender Collageelemente ist ebenfalls eine sorgfältige Arbeit. Das gesuchte Teil kann sich in eigenen Zeichnungen oder in Werken anderer Künstler finden- so ist etwa ein Ausschnitt einer Leonardo da Vinci -Zeichnung in dem Bild “Tiger” verwendet- aber auch Ausschnitte aus Werbefotos, Zeitschriften, Plakaten, kommen in Frage.
Der Betrachter geht näher heran, um herauszufinden, was gemalt und was geklebt ist, aber dann muss er sich wieder zurückziehen, weil das Ganze aus der Nähe gar nicht mehr zu überschauen ist.
“Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von (...) wesensfremden Realitäten (...) und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten Überspringt”, zitiert der Kunsthistoriker Erik Schönenberg in Roebers Katalog den rheinischen Vorreiter der Collage Max Ernst. Treffender kann man die Eigenart dieser Technik wohl kaum beschreiben.
Ulrike Düwell
Badische Zeitung 12.2.08

Hannoversche Allgemeine Zeitung 8. September 2006

 

Galerie Katharina Seifert

Von Michael Wolfsohn

Aus vielen Einzelteilen unterschiedlicher Techniken schafft Katrin Roeber Bilder von eigentümlicher Anziehungskraft. Ihre Landschaftsbilder und Portraits aus collagierten Zeitschriftenfotos und Farbfeldern, die mit Kreide gezeichnet sind, ziehen den Betrachter immer wieder an sich heran. Man kommt den Bildern tatsächlich gern näher, aber je näher man kommt, desto stärker lösen sich die Bildebenen auf.

Dann werden die aufgeklebten Schnipsel aus Mode- und Wissenschafts-zeitungen erkennbar. Es entsteht ein fragmentierter Mikrokosmos, der von Kleinstlebewesen und Renaissance-Fußböden, von Glas und Sand und Haut erzählt. Schön, eigentümlich. Schön eigentümlich.



Niederrheinnachrichten



Kölner Rundschau 16.5.2014