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6. September 2019 WZ Wuppertal

FARBINTENSIVE LANDSCHAFTSCOLLAGEN 

Der Neue Kunstverein präsentiert erstmals die Düsseldorfer Malerin Katrin Roeber. „Gesteins“ eröffnet neue Perspektiven.
Von Monika Werner-Staude

Am Anfang steht eine schwierige Entscheidung: Wo soll das Bild gemalt werden, fragt sich Katrin Roeber, schwankt zwischen Atelier und Natur, deren kräftige Farbigkeit Basis ihrer Bilder ist, weshalb es sie immer wieder nach draußen zieht. Die überdies auch das Thema vorgeben kann. Und wenigstens in den Vorskizzen steckt. 14 Arbeiten hat die Düsseldorfer Künstlerin für ihre erste Wuppertaler Ausstellung mit dem Titel „Gesteins“ ausgesucht, drei ältere Werke und zwei neue Serien. Alle eint die Auseinandersetzung mit Landschaft und das Gestaltungsmittel Collage in seiner ganzen Vielfalt. „Weil ich so zwei oder drei Themen miteinander verbinden kann“, sagt sie.

Sie kennen einander schon viele Jahre, der Kunsthistoriker Erik Schönenberg und die Künstlerin Katrin Roeber, die 1971 in Emden geboren wurde, die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und die Kunstakademie Düsseldorf absolvierte, dort Meisterschülerin von Prof. A. R. Penck war. Der Vorsitzende des Neuen Kunstvereins Wuppertal verfasste Texte über ihre Kunst, bis er im vergangenen Jahr in einer Ausstellung in Düsseldorf vor ihrem Bild „Sumpflandschaft violett“ stand und erkannte, „dass es alles enthält, was sie ausmacht“, aus den verschiedenen Wahrnehmungsebenen und Techniken neue, sehr komplexe Landschaften erschließe. Schönenberg beschloss, Roebers Werke in dem großen Raum des Neuen Kunstvereins an der Hofaue zu zeigen.

Drei Arbeiten, die den Weg zu zwei aktuellen Serien weisen, hat die Malerin mit nach Wuppertal gebracht: „Sumpflandschaft violett“, das 2015 mit Skizzen in der Urdenbacher Kämpe begann, und in der Bildmitte Wasser und darüber Pflanzen zeigt, die im unteren Teil unmerkbar in Tapetenfetzen ihres damaligen Ateliers übergehen; die Installation „In the Studio“, eine klassische Papiercollage, die aus einzelnen Flächen zusammengeklebt ist und von der Wand in den Raum wächst; sowie „Atelier und Wald“, das zweigeteilt ist, unentschieden scheint, wo Roeber besser arbeiten kann. „Ich wollte draußen malen, hatte angefangen mit Buntstiften zu skizzieren. Im Atelierteil des Bildes ist der Wald ein Bild, das gerade entsteht“, erklärt die Malerin.

Malen zwischen Atelier und Natur – mit Buntstift und mit Ölfarbe

Die Serie „Gesteins“ basiert auf Skizzen, die sie im Neandertal mit Buntstift gefertigt hat. Bei „Gesteins 1“ etwa hat Roeber mit feinem Strich in Ölfarbe über farbintensive Felsen gemalt, bei „Gesteins 2“ leichtfüßig und federartig Muscheln skizziert, die an die Versteinerungen im Neandertal erinnern, zugleich die leuchtende Landschaft darunter durchscheinen lassen.

Die Serie „Stein und Wolf“ wurde durch eine Ausstellung über Per Kirkeby (1938 bis 2018) und den Schweizer Landschaftsmaler Caspar Wolf (1735 bis 1783) inspiriert, die Roeber 2009 im Ehrenhof in Düsseldorf sah. Wolf (die Doppeldeutigkeit des Namens nimmt sie bewusst auf) erlaubt zugleich die Auseinandersetzung mit einem kunsthistorischen Thema. Seine Farbskizzen verwendete Roeber für Gebirgslandschaften, auf die sie Steine malte, mal mit Gouache, mal mit verschiedenen Materialien.

Dabei verfolgt die Malerin keinen festen Plan. „Das Bild entwickelt sich im Prozess“, erklärt sie, wenn sich beim Malen etwas ergebe, das gut funktioniere, wende sie es zwar wieder an. Was aber nicht wie bei einer Schablone funktioniert, sondern nur den Anfang markiert. In der Regel ist jedes Bild eine Reise ins Ungewisse, „ich muss sehen, wie aus dem Anfang ein lebhaftes, gemaltes Bild wird.“ So dass aus mehreren Ebenen, Dingen oder ästhetischen Ideen mit dem Mittel der Collage ein komplexes Gefüge, etwas völlig Neues erwächst. Zunächst im Auge des jeweiligen Betrachters, das aus einem Felsstück einen Tierschädel macht oder aus einer abgeblätterten Tapete eine Wasserpfütze.

Am heutigen Freitagabend, ab 19 Uhr, wird die Ausstellung beim Neuen Kunstverein eröffnet. Dann können die Wuppertaler selbst in Roebers Landschaften auf Entdeckungsreise gehen.


AUSSTELLUNG ZOO
Stiftung Burg Kniphausen,
Wilhelmshaven
23.08.09-25.9.09

Bilder mit eigentümlicher Anziehungskraft

(...)
Katrin Roeber selbst beschreibt ihr künstlerisches Interesse als Prozess. Es ist ein gestalterischer Prozess, der sich augenscheinlich auf die Interdependenz von Motiv und Gestaltung richtet. Dabei lässt sich der motivische Bezug in ihren Bildern zunächst als Nachahmung, meist sogar als doppelte Nachahmung bezeichnen; ihre Gestaltung hingegen, die nicht faktisch oder mimetisch angelegt ist, führt zu einem Spiel mit Bildern und einer Reflexion über deren Wirkungskraft. Die im Kunstwerk durch die spezifische Gestaltung angelegte Interdependenz, schafft im Bild bzw. durch dessen Wahrnehmung einen Zwischenraum und damit die Möglichkeit einer sinnlichen Erfahrung und Erkenntnis.
Susanne Krüger
punkt. Kunst im Nordwesten, Herbst 2009


Ausstellung "Zoo" von Katrin Roeber bei
mbf-kunstprojekten
Katharinenstr.12
D-79104 Freiburg
Tel 0761-4890126
31.1.08-15.3.08

Wo ist denn nun das Nashorn?

Collagen aus der Welt des Zoos von Katrin Roeber bei den Freiburger mbf-kunstprojekten
Katrin Roeber bricht mit Sehgewohnheiten. Bereits in den vergangenen Jahren hat sich die Meisterschülerin A.R.Pencks hauptsächlich mit Collagen beschäftigt. In der bei den Freiburger mbf-kunstprojekten gezeigten Serie “Zoo” setzt sie diese experimentelle Arbeit fort.
Es sind Ansichten, wie fast jeder sie von Zoobesuchen kennt: Blicke in zunächst leer scheinende Gehege, am Rand hier und da Besucher, die mit uns in das Bild starren, irgendwo ein verstecktes Tier, dass uns seinerseits anstarrt. Zu sehen sind auch Aktionen, die man als Zoobesucher meist nicht zu sehen bekommt: Pediküre am Nashorn zum Beispiel. Nur: Wo ist denn da eigentlich das Nashorn?
Und da stolpert der Betrachter: Vom angekündigten Motiv findet sich nur ein Fuß. Collagierte Elemente sind so flach in die Öl- und Acryl-Malerei eingesetzt, dass auf den ersten Blick nicht auszumachen ist, was gemalt ist und was nicht. Groß gezoomte Ausschnitte aus Fotografien finden Verwendung, aber auch selbst gemalte Elemente, Partien mit von der Umgebung abweichenden Struktur und Farbigkeit. Ziemlich heftig prallen die unterschiedlichen Bildteile aufeinander.
Die Zusammenstellung der Materialien und Strukturen in Katrin Roebers Collagen ist dabei keineswegs beliebig, nicht einmal besonders spontan. Anhand von Fotos wählt sie Ansichten aus, deren Komposition sie anschließend zeichnerisch erarbeitet. Das Auffinden passender Collageelemente ist ebenfalls eine sorgfältige Arbeit. Das gesuchte Teil kann sich in eigenen Zeichnungen oder in Werken anderer Künstler finden- so ist etwa ein Ausschnitt einer Leonardo da Vinci -Zeichnung in dem Bild “Tiger” verwendet- aber auch Ausschnitte aus Werbefotos, Zeitschriften, Plakaten, kommen in Frage.
Der Betrachter geht näher heran, um herauszufinden, was gemalt und was geklebt ist, aber dann muss er sich wieder zurückziehen, weil das Ganze aus der Nähe gar nicht mehr zu überschauen ist.
“Collage-Technik ist die systematische Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens von (...) wesensfremden Realitäten (...) und der Funke Poesie, welcher bei der Annäherung dieser Realitäten Überspringt”, zitiert der Kunsthistoriker Erik Schönenberg in Roebers Katalog den rheinischen Vorreiter der Collage Max Ernst. Treffender kann man die Eigenart dieser Technik wohl kaum beschreiben.
Ulrike Düwell
Badische Zeitung 12.2.08

Hannoversche Allgemeine Zeitung 8. September 2006

 

Galerie Katharina Seifert

Von Michael Wolfsohn

Aus vielen Einzelteilen unterschiedlicher Techniken schafft Katrin Roeber Bilder von eigentümlicher Anziehungskraft. Ihre Landschaftsbilder und Portraits aus collagierten Zeitschriftenfotos und Farbfeldern, die mit Kreide gezeichnet sind, ziehen den Betrachter immer wieder an sich heran. Man kommt den Bildern tatsächlich gern näher, aber je näher man kommt, desto stärker lösen sich die Bildebenen auf.

Dann werden die aufgeklebten Schnipsel aus Mode- und Wissenschafts-zeitungen erkennbar. Es entsteht ein fragmentierter Mikrokosmos, der von Kleinstlebewesen und Renaissance-Fußböden, von Glas und Sand und Haut erzählt. Schön, eigentümlich. Schön eigentümlich.



Foto: Andreas Fischer, WZ Wuppertal



Niederrheinnachrichten



Kölner Rundschau 16.5.2014